25.01.2016 Fahrt nach Viñales/ erste Nacht in der Casa de Campina

  • Februar 09, 2016
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Endlich……endlich raus aus Havanna. 
Ich muss zugeben, dass ich mich auf diesen Tag gefreut habe, denn noch einen Tag zwischen all den stinkenden Autos wäre mir vermutlich zuviel gewesen. Wir checkten problemlos aus und nahmen uns ein Taxi, das direkt vor dem Hotel stand. Auch dieses Fahrzeug hatte einige auffällige Mängel…..nennen wir nur einmal den fehlenden rechten Außenspiegel. 


Unerwähnt lassen wollen wir aber bei genauerer Überlegung auch nicht das löchrige Bodenblech.  Der junge Fahrer, wurde noch vor dem Hotel offenbar  in die Feinheiten des alten Ladas eingewiesen, denn bei so einem Fahrzeug gibt es viel zu bedenken. So darf man beispielsweise nichts erwarten, dass sich alle Türen auch öffnen lassen. Hingegen sollte man als Fahrgast einer solchen Limousine  darauf vorbereit sein, dass sich während der Fahrt ganz wie von selbst die Beifahrertür öffnet. Man reagiert am besten so wie mein Mann es getan hat – man greift beherzt zu und schließt sie wieder.
Beim Aussteigen ließ sich dann meine hintere rechte Tür nicht öffnen. Was soll es, man hat ja schließlich noch eine linke. 




Nachdem der Fahrer den Kofferraum mit einem Schraubendreher geöffnet hat, konnten wir uns auf den Weg machen, um unseren Mietwagen zu übernehmen. Über Rent a Car hatten wir einen Wagen bereits von zu Hause aus gebucht. Und entgegen aller Horrormeldungen der Reiseführer klappte die Übergabe reibungslos, wir wurden bereits erwartet und der Mitarbeiter der Firma sprach Deutsch, da er selbst mal in Thüringen gelebt hatte. Und so bekamen wir einen weißen Peugeot 206 mit Klimaanlage mit wenigen gelaufenen Kilometern. Ein Fahrzeug, was sich in Kuba sicher niemand so ohne weiteres leisten kann. 

Nach einem kleinen Zwischenstopp in einem Supermarkt, den man nur ohne Tasche Bus Rucksack betreten darf und bei dem beim Verlassen die Taschen und der Kassenbon kontrolliert wurden, ging es dann endlich auf die große Fahrt.

Kuba, wir kommen.

Für den Mitteleuropäer und ordentlichen Deutschen ist die kubanische Autobahn der Alptraum. Nicht weil sich Fahrzeug an Fahrzeug reiht – nein, man hat reichlich Platz für sich – aber die Art der Gefährte, die einem hier begegnen, sind doch ungewohnt. Pferdegespanne, Fahrräder und Fußgänger frequentieren die Autopista, wie die Autobahn hier genannt wird. Man gewöhnt sich aber noch einigen Kilometern an den Anblick und irgendwann registriert man es nicht mehr. Auch nicht die Tiere, die die Autopista ab und zu kreuzen. 
Einen ersten Stopp legten wir bei La Terazzas ein. Dieses Gebiet ist das einzige Ökotourismusprojekt auf Kuba. Für zwei CUC Eintritt pro Person gelangten wir in eine fast paradiesisch anmutende Landschaft. An einem See befindet sich eine kleine Siedlung, die wie das gelungene Projekt einer Aussteigerkommune aussieht. Idyllisch zwischen Palmen schmiegen sich die Häser an die dort errichteten Terrassen, die dem Ort auch seinen Namen geben. Es war das Paradies, besonders wenn man gerade aus Havanna kommt. 

Wenn man durch Kuba reist, wird man immer wieder Menschen sehen, die an den Straßen stehen. Diese Menschen warten auf ihre Mitfahrgelegenheit, um von A nach B zu gelangen. 
Als Europäer sieht man das ganze vermutlich sehr skeptisch, man scheut sich wildfremde Menschen in sein Auto zu lassen. Aus Angst vor Mördern und Vergewaltigern würde man das in Deutschland daher nie tun. Also fuhren auch wir an vielen wartenden Menschen vorbei und sagten uns, dass neben diesen großen Koffer auf der Rückbank ja eh niemand mehr passen würde. 
Doch dann kam es anders. An einer Stelle, wo viele Menschen an der Autopista standen, stand ein Mann mitten auf der Fahrbahn, hatte eine Trillerpfeife um und benutzte diese energisch. Mit wildem Winken brachte er uns dazu, eine Vollbremsung zu machen. Er sah aus der Ferne und bei guten 80 km/h aus wie einige der Polizisten, die wir hier schon gesehen hatten. 
Als wir hielten, erklärte er uns, er sei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma für die Tabak-Plantage und es habe einen Unfall gegeben, bei dem der Bus, der die Arbeiter zurück nach Hause transportieren sollte, so beschädigt worden sei, dass er nun nicht mehr fahren könne. Wir sollten eine Person bis kurz vor Viñales  fahren, damit dieser Person dann einen Mechaniker informieren könne, der den Bus dann reparieren würde. 
Und schon hatten wir einen Anhalter mitgenommen, der ganz wunderbar neben den großen Koffer passte. Der junge Mann erzählte uns, er selbst wohne in Viñales und er habe in Havanna an der Universität Englisch, Französisch und Russisch studiert. Er arbeite für die Tabakindustrie und mache auf einer Plantage Führungen für die Touristen. Er bot uns an, als Dank für die Mitnahme uns die Plantage zu zeigen. Und gesagt, getan. Wir ließen uns auf einen kleinen Hof etwas bevor Viñales lotsen, wo wir dann eine kleine Führung bekamen und sahen, wie aus Tabakpflanzen die heißbegehrten kubanischen Zigarren werden. 

Zum Abschied bekamen wir eine vor unseren Augen gedrehte Zigarre mit auf den Weg. Es kann also sehr schön sein, wenn man doch mal anhält und Leute in sein Auto lässt. Nachdem wir in Havanna ja doch erlebt hatten, wie man Touristen das Geld aus der Tasche ziehen will, könnten wir fast gar nicht glauben, dass man hier kein Geld von uns wollte. Es war so, wie unser Fahrgast immer wieder sagte: „You are helping for me, I am helping for you!“

Angekommen an unserem Endziel, der Finca de La Campina waren wir endgültig im Paradies. Ein zauberhaftes Häuschen, ein wenig wie ein hölzernes Zelt anmutend, wurde uns von einer freundlichen Kubanerin gezeigt. das Ehepaar hat auf ihrem Hof im vorderen Bereich zwei Häuse für Touristen, so dass wir sogar wählen konnten, wo wir schlafen möchten. 
Zwei große Betten lachten uns an und die kleine Terrasse am Haus lud sofort zum Verweilen ein. Uns wurde ein leckerer Obstsaft gereicht und wir fühlten uns sofort wohl. Besser hätte man es nicht treffen können.

Unsere Gastgeberin fragte uns, ob wir Abendessen wollten und wir bewahren. Pünktlich zur abgemachten Zeit erschien die Dame des Hauses dann und servierte uns ein unglaubliches Menue. Als Vorspeise gab es eine Suppe, die köstlich war. Dann folgte eine Schale mit Obst, ein Salat und anbei noch eine Art Chips und dann gab es den Hauptgang bestehend aus Hühnchen, Reis und einer Sauce mit schwarzen Bohnen. Alles war wirklich lecker, aber die Menge war nichts zu schaffen, so dass wir leider halbvolle Teller wieder zurückgeben mussten. So verwöhnt worden, waren wir bisher noch nicht. 

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